SKYLAUNCH 2 - das Kraftpaket

Von Ingenieuren und Windenfahrern für Piloten

Die SKYLAUNCH 2 ist eine Doppeltrommel-Startwinde für Segelflugzeuge, die höchste Schleppleistung, einfache Bedienung, kompakte Bauweise, Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit verbindet.


Sie wird von Motoren angetrieben, die der aktuellen V8-"Marine Engine"-Baureihe von General Motors entstammen. Als Offshore-Bootsmotoren sind sie für hohe Dauerleistungen dimensioniert. In der SKYLAUNCH finden der 7,4 l - und der 8,2 l - Motor Verwendung, die für Flüssiggas- (Propan) oder Benzinbetrieb geliefert werden können. Sie besitzen 340 PS bzw. 415 PS für schwere doppelsitzige Segelflugzeuge. Außerdem ist eine Turbodiesel-Variante mit 6,5 l und 275 PS erhältlich, die aufgrund ihrer Drehmomentcharakteristik Schleppleistungen ähnlich des 7,4 l - Ottomotors ermöglicht.

Auf Wunsch mit Edelstahl-Auspuffanlage

Die verfügbare Motorleistung wird in der SKYLAUNCH durch das ruckfrei schaltende Turbo 400 Automatikgetriebe von General Motors optimal in Schleppleistung umgesetzt. Im ersten Gang kann das Seil feinfühlig gestrafft werden. Der 2. Gang beschleunigt das Flugzeug schnell auf seine Abhebegeschwindigkeit, was die Startrollstrecke verkürzt und anschließend die Schlepphöhe vergrößert. Der Steigflug erfolgt im 3. Gang beim besten Drehmoment des Motors. Nach dem Ausklinken des Seglers wird die Seiltrommel über den 1., 2. und 3. Gang schnell auf eine hohe Drehzahl gebracht, um das Seil straff zu halten, Schlaufen auf der Trommel zu verhindern und das Seil schnell einzuziehen, bevor der Seilfallschirm von Seiten- oder Rückenwind abgetrieben werden kann.

Die schaltende Auslegung des Getriebes in Verbindung mit Big-Block-Motoren erlaubt eine längere Achsübersetzung, die selbst bei stärkerem Rückenwind ausreichende Seilgeschwindigkeiten ermöglicht. Außerdem wird die Motordrehzahl im Schlepp reduziert, was die Motorlebensdauer wesentlich erhöht.

Der Motor wird von einem groß dimensionierten Industriekühler auf Solltemperatur gehalten. Der Lüfter wird über Riemen vom Motor angetrieben und automatisch ein- und ausgekuppelt. Er bläst die Kühlluft nach vorn aus der Winde. Diese Teile sind zur Sicherheit komplett mit einer Blechabdeckung versehen. Das Getriebe besitzt einen Ölkühler mit automatischem Elektrolüfter. In Verbindung mit der schaltenden Auslegung des Automatikgetriebes, die den Schlupf des Drehmomentwandlers gering hält, bleibt die Getriebeöl-Temperatur auch bei Dauerbetrieb stets auf niedrigem Niveau, so dass Kavitation im Wandler vermieden wird und eine optimale Schmierung erhalten bleibt.

Seilschacht geöffnet

Die SKYLAUNCH ist auch bei der Seilführung auf größte Zuverlässigkeit hin konstruiert. Deswegen verfügt sie nicht über Spulvorrichtungen, sondern über große schmale Seiltrommeln mit hohen Rändern, die in einer unten offenen Trommelabdeckung untergebracht sind. Das Seil läuft von vorn über große horizontale und vertikale Walzen niedrig über dem Boden in die Winde hinein, durch den Fallschirmkasten hindurch und von unten auf die Seiltrommeln.

Feder/Dämpfer-Einheit Feder in Aktion
Die vertikal schwenkbare Rolleneinheit der SKYLAUNCH 2 besitzt 6 Rollen. Die schmalen äußeren vertikalen Rollen dienen zum Schutz des Rahmens bei großen seitlichen Auslenkungen des Seiles. Die Hauptkräfte in horizontaler Richtung werden von großen Rollen im Inneren der Box aufgenommen.

Das unvermeidliche Rupfen und Springen des Seiles auf Trommeln ohne Spulvorrichtungen wird in der SKYLAUNCH 2 von den vertikal schwenkbaren, gefederten und gedämpften Azimutwalzen aufgefangen, so dass Seil, Sollbruchstelle und Flugzeug geschont werden. Damit übertrifft die SKYLAUNCH 2 beim Spulkomfort sogar die meisten Winden mit Spulvorrichtungen und bleibt im Gegensatz zu diesen von Seilsalaten verschont. Die SKYLAUNCH-Trommeln besitzen geschweißte Speichen und sind relativ leicht, so dass ein Nachdrehen der Trommeln beim Ausziehen der Seile schon mit geringer Bremskraft unterdrückt wird. Ihr großer Umfang in Verbindung mit der schmalen Oberfläche der Trommeln bewirkt, dass nur wenig Seil offenliegt, sich lösen und querlegen kann.

Schleppachse und Propangastanks

Beide Trommeln werden von Scheiben gebremst, die gut dosierbar und mit einem einzigen Handhebel zu bedienen sind. Zum Ausziehen der Seile wird der Auszieh-Bremshebel umgelegt, der mit voreingestellter Federkraft auf den Hauptbremshebel wirkt. Dank der SKYLAUNCH-Trommeln ist bei normaler Fahrweise des Seilrückholers keine komplizierte vollautomatische Ausziehbremse notwendig. Das Anschleppen beim Ausziehen gestaltet sich aufgrund der niedrigen Austrittshöhe der Seile ebenfalls unkompliziert, weil die Seile nicht so stark nach oben schlagen.

SKYLAUNCH im Schlepp

Um eine niedrige Bauhöhe zu erreichen, sitzt die SKYLAUNCH 2 auf einem Doppelachsfahrgestell mit Offroad-Bereifung und 50mm-Kugelkopf-Kupplung. Diese Bauweise ermöglicht bequemen Zugang zum Führerhaus und zu sämtlichen Aggregaten, was man beim täglichen Betrieb zu schätzen weiß. Zum Aufstellen der SKYLAUNCH 2 wird ein Zugfahrzeug verwendet, das möglicherweise bereits am Flugplatz vorhanden ist und bei Bedarf gewechselt werden kann. Auf harten Böden ist ein PKW ausreichend, ansonsten wird ein Geländewagen, Traktor oder Kleinlastwagen empfohlen. Die SKYLAUNCH 2 wiegt komplett nur 3,2 t, die sich auf vier Räder mit Offroad-Bereifung verteilen. Auf weichem Böden sinkt sie deshalb relativ wenig ein. Auf Kundenwunsch kann sie dennoch auf ein LKW-Fahrgestell montiert werden.

Der SKYLAUNCH-2-Fahrer nimmt in einer Kabine platz, in der er rundum durch Laminat-Sicherheitsglas geschützt ist. Nach vorn und oben ist sie mit Schutzgittern versehen, die zum Reinigen der Scheiben weggeklappt werden können. Die Türen öffnen nach rechts und links, so dass in Kombination mit der Schaumstoff-Innenverkleidung und den getönten Seitenscheiben an warmen Tagen keine überhöhten Temperaturen auftreten. Außerdem ist der Fahrer vor Sonne geschützt. Bei Kälte und Wind hält er die Türen geschlossen und wärmt ggf. den Innenraum mit Heizung und Lüftung. Das Gebläse ist mit einem Pollenfilter ausgestattet. Der Fahrersitz ist ergonomisch und verstellbar. An seiner Seite befindet sich außerdem ein Sitzplatz für einen Windenfahrlehrer oder -schüler.


feinverzahnte Trommelkupplung

Sämtliche Elemente werden mit den Händen bedient. Der Trommel-Wählhebel befindet sich links neben dem Sitz und wirkt rein mechanisch auf die Schleppachse. Spezielle feinverzahnte Trommelkupplungen rasten im Motorleerlauf stets ohne weiteren manuellen Eingriff ein. Die Bewegung der Trommeln ist durch Fenster aus Sicherheitsglas sichtbar.

Von rechts nach links sind die Hebel für Seilausziehbremse, Seiltrommel-Bremse, Drossel, Drosselvorwahl (Flugzeugtyp und Wind), Getriebe (Neutral und Drive) sowie die Kappvorrichtung für beide Seile angeordnet. Außerdem gibt es eine Motortemperatur-Anzeige, eine Getriebeöltemperatur-, Kühlerlüfter- und Ladekontrolleuchte. Links befinden sich die Schalter für Heizung und Lüftung, einen schwenkbaren Signalscheinwerfer und das Signalhorn. Das Rundumlicht schaltet sich automatisch ein, wenn der Getriebewählhebel auf Drive gestellt wird. Dieser ist solange blockiert, wie die Ausziehbremse eingelegt ist. In der Stellung "Drive" ist das Anlassen des Motors nicht möglich, ebenso bei nicht abgesenkten Unterlegkeilen. Die Motorleistung von bis zu 415 PS ist mit der eingebauten mechanischen Drosselvorgabe von jedem Windenfahrer für jedes Flugzeug leicht zu dosieren, ohne dass es zur Überlastung der Sollbruchstellen bzw. gefährlicher Unter- oder Überfahrt kommt.

Voreinstellung des Flugzeugtyps

In der Kulisse des Gashebels befindet sich ein Anschlag, der entsprechend dem Wind und dem Flugzeugtyp anhand einer Tabelle verstellt wird. Bei Bedarf kann diese Drosselvorgabe auch überdrückt werden, denn sie ist federnd gelagert. Zum Beschleunigen führt der Windenfahrer den Drosselhebel mit dem Daumen bis zu diesem spürbaren Anschlag. Diese Vorrichtung erlaubt es dem Windenfahrer, die richtige Drosselstellung blind zu finden und den Blick ständig zum Segler zu richten, auf das Verhalten des Piloten zu achten und gefühlvoll darauf reagieren zu können.

Der Motor beschleunigt bereits ohne Vollgas sehr gut, weil sich das Automatikgetriebe im ersten Gang befindet. Mit derselben Drosselstellung wie beim Beschleunigen wird unverändert auch im Steigflug geschleppt, wobei das Getriebe im zweiten und dritten Gang arbeitet. Im letzten Drittel des Schlepps lässt man das Gas langsam etwas nach, um auf diese bekannte Weise die Ausklinkhöhe zu vergrößern. Zum Ausklinken wird das restliche Gas zügig weggenommen, das Seil danach mit einem kurzen leichten Gasstoß gestrafft und mit wenig Gas und wenig Motordrehzahl im 3. Gang schnell eingeholt. Die spontane Gasannahme und die schnelle Drehzahländerung der Ottomotoren helfen dabei, das Seil nach dem Ausklinken straff zu halten und Schlaufen auf der Trommel zu verhindern.

Schon mit dieser einfachen Dosierung können unerfahrene Windenfahrer sehr gute Starts durchführen. Erfahrenere Windenfahrer können das Gas weiterhin nach Seildurchhang und Verhalten des Piloten variieren. Eine elektronische Steuerhilfe ist bei diesem System nicht notwendig. Dadurch sind Regelschwingungen, die den Segler in unangenehmes Nicken und die Sollbruchstelle zum Reißen bringen können, von vornherein ausgeschlossen. Der Handgashebel mit Drosselvorgabe führt im Vereinsbetrieb zu gleichmäßig guten Starts, unabhängig vom Erfahrungsstand und Geschick des jeweiligen Windenfahrers. Die Drosselstellung ist jederzeit nachvollziehbar und reproduzierbar.

linke Kappvorrichtung

Zur Sicherheit für die Winde sind hinter dem Seileinlauf besonders leistungsstarke Kappvorrichtungen eingebaut. Es handelt sich um die rasiermesserscharfen Skylaunch-Scheren, die problemlos eine Kupferseilklemme mit zwei Stahlseilen oder auch mehrere Kunstfaserseile durchtrennen können. Ihre Ringfedern werden mit Hilfe einer Spindel gespannt, die von unten angesetzt wird. Die Scheren sind außerhalb von Wartungsarbeiten durch ein Gitter geschützt.

Die Kontrolle der Ölstände hinter den nach oben schwenkenden Motorhauben ist ein Kinderspiel. Sie werden wie die Kabinentüren und die Tankabdeckung an der Rückseite der Winde von Gasdruckfedern offen gehalten. Im Seilschacht unter den Motorhauben werden nach Betriebsende die Seilfallschirme und die Vorseile verstaut. Die Trommelabdeckungen können weit nach hinten geschwenkt und dort eingerastet werden, so dass die Seiltrommeln voll zugänglich sind. Der Kühlwasserstand ist ebenfalls vom Boden aus zu überprüfen. Die Motorabdeckung kann schnell und ohne Werkzeug gelöst werden, um den Motor komplett freizulegen.

Die Technik der SKYLAUNCH ist bewusst einfach und durchschaubar gehalten. Sie ist somit von jedem Flugplatzmechaniker ohne spezielle Kenntnisse leicht zu warten und zu reparieren. Die Elektronik beschränkt sich auf Zündung, Laderegler und Drehzahlbegrenzer. Der Serviceintervall der Skylaunch-Winden mit Flüssiggasbetrieb beträgt 6000 Starts, denn Propangas verbrennt rußfrei und verdünnt nicht das Motorenöl. Das Öl verfärbt sich nicht schwarz, und die Zündkerzen bleiben sauber. Für Propan wird im Fahrzeug keine Förderpumpe benötigt. Das Flüssiggas strömt durch den Innendruck der Tanks zum Verdampfer, der von Motorenabwärme beheizt wird. Statt eines kompliziert aufgebauten und einzustellenden Vergasers sitzt am gleichen Platz ein Mischer, der die Ansaugluft mit dem Gas vermengt. Er besitzt lediglich ein einziges bewegliches Teil, einen Doppelkonus, der sich selbsttätig je nach Drosselstellung und Drehzahl verschiebt. Da der Treibstoff bereits verdampft ist, bevor er mit der Luft vermischt wird, gibt es keine Kaltstartprobleme und keine Verbrennungsrückstände wie Kohlenwasserstoffe oder Ruß durch Tröpfchenbildung. Ein Unterdruckventil am Verdampfer und Magnetventile an den Tanks unterbrechen den Propanfluss bei abgestelltem Motor. Der Tankvorrat beträgt ca. 150 Liter und reicht für mehr als 150 Starts.

 

SKYLAUNCH-Referenzliste

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